Ulmen-Jause

Ulmen sind sehr zeitige Blüher. Die "Rustenblüte" fällt in die Zeit vor dem Laubaustrieb und selbst die beginnende Fruchtentwicklung geschieht noch im laublosen Zustand. Gut für die Freunde der Ulmen-Jause, denn so sind die geflügelten und dicht gedrängten Jungfrüchte leicht zu erkennen. Solange die häutigen Fruchtflügel noch ein zartes Gelbgrün aufweisen sind Ulmenfrüchte eine interessante Rohkost, die man gleich so vom Baum essen kann. Sie schmecken angenehm gemüseartig und da die Fruchtflügel keine Borsten oder derbe Haare haben, sind Ulmenfrüchte zu dieser Zeit wahre Gaumenstreichler. Jetzt noch. Die Jungfruchtzeit ist nämlich sehr kurz und schon bald werden die Fruchtflügel papierartig und die kleinen Fruchtnüsschen werden hart.

Wer sich jetzt Sorgen macht, welche der drei heimischen Ulmen-Arten nun genießbar ist, kann sich entspannen, denn sowohl Berg-Ulme, als auch Feld- und Flatter-Ulme sind zur Ulmen-Jause gleichermaßen geeignet. In Niederösterreich ist übrigens der Name "Rüster" oder "Rusten" gebräuchlich, wie schon der Nordwiener Flurname "Rustenschacherallee" zeigt. Ulme ist sozusagen Botanikerhochdeutsch und leitet sich vom wissenschaftlichen Gattungsnamen Ulmus ab. Wohl bekomm's!